Gentests aus dem Internet
| 21. Oktober 2010 | Posted by admin under Allgemeines |
Gibt es in der Familie die genetische Veranlagung zum Herzinfarkt oder ist man selbst vielleicht gefährdet, an einem Schlaganfall zu sterben? Gab es in der Vergangenheit innerhalb der Familie auffallend viele Menschen, die an Alzheimer oder an Demenz erkrankt sind? Und wenn ja, wie kann man erfahren, ob man selbst in Gefahr ist? Normalerweise kann man das nicht, denn dazu müsste man einen Gentest machen und die DNA analysieren und das ist schwierig. Oder doch nicht? In der heutigen Zeit ist auch eine private Genanalyse möglich und das geht schnell und unkompliziert, aber es kostet eine Menge Geld. 23andMe heißt ein amerikanisches Unternehmen, das einen Gentest für Privatpersonen anbietet.
Was genau muss man sich unter 23andMe vorstellen? Gegründet wurde das Unternehmen von zwei Frauen. Anne Wojcicki, die Ehefrau von Google Gründer Sergei Brin und Linda Avey kamen auf die Idee, einen Gentest zu erfinden, den jeder praktisch im Internet machen kann. Zunächst gab es nur in den USA die Möglichkeit seine Gene untersuchen zu lassen, doch seit zwei Jahren ist dies auch in Deutschland und Kanada möglich. Um etwas über die eigenen Gene zu erfahren, muss man an 23andMe mailen und bekommt dann einen Wattetupfer sowie ein Röhrchen mit einem Barcode zugeschickt. Mit dem Wattetupfer muss man Speichel aus der Mundhöhle entnehmen, in das Röhrchen stecken, das Ganze gut verschließen und dann wieder an 23andMe zurückschicken. In den Labors von 23andMe wird das Wattestäbchen dann in seine Einzelteile zerlegt, untersucht und ein genetisches Profil erstellt. Es dauert ungefähr vier bis sechs Wochen, bis das Ergebnis des Gentests feststeht. Man bekommt dann eine Benachrichtigung, wie das genetische Profil aussieht. Um die Testergebnisse lesen zu können, muss man sich auf der Webseite von 23andMe einloggen. Der Gentest kostet 999,- amerikanische Dollar zuzüglich Versandkosten in Höhe von 45,- Dollar. 23andMe garantiert, dass die Ergebnisse der einzelnen Gentests unter Verschluss bleiben und zu keiner Zeit an die Öffentlichkeit kommen.
Ob der Gentest von 23andMe sinnvoll ist, wird noch diskutiert. Tatsächlich ist es so, dass niemand etwas verbieten kann, wenn es um die Feststellung der eigenen DNA geht. Es ist allerdings die Frage, ob alle Menschen gut mit dem Ergebnis umgehen können, was sie aus dem Gentest erfahren.
