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Gentests aus dem Internet

Gibt es in der Familie die genetische Veranlagung zum Herzinfarkt oder ist man selbst vielleicht gefährdet, an einem Schlaganfall zu sterben? Gab es in der Vergangenheit innerhalb der Familie auffallend viele Menschen, die an Alzheimer oder an Demenz erkrankt sind? Und wenn ja, wie kann man erfahren, ob man selbst in Gefahr ist? Normalerweise kann man das nicht, denn dazu müsste man einen Gentest machen und die DNA analysieren und das ist schwierig. Oder doch nicht? In der heutigen Zeit ist auch eine private Genanalyse möglich und das geht schnell und unkompliziert, aber es kostet eine Menge Geld. 23andMe heißt ein amerikanisches Unternehmen, das einen Gentest für Privatpersonen anbietet.

Was genau muss man sich unter 23andMe vorstellen? Gegründet wurde das Unternehmen von zwei Frauen. Anne Wojcicki, die Ehefrau von Google Gründer Sergei Brin und Linda Avey kamen auf die Idee, einen Gentest zu erfinden, den jeder praktisch im Internet machen kann. Zunächst gab es nur in den USA die Möglichkeit seine Gene untersuchen zu lassen, doch seit zwei Jahren ist dies auch in Deutschland und Kanada möglich. Um etwas über die eigenen Gene zu erfahren, muss man an 23andMe mailen und bekommt dann einen Wattetupfer sowie ein Röhrchen mit einem Barcode zugeschickt. Mit dem Wattetupfer muss man Speichel aus der Mundhöhle entnehmen, in das Röhrchen stecken, das Ganze gut verschließen und dann wieder an 23andMe zurückschicken. In den Labors von 23andMe wird das Wattestäbchen dann in seine Einzelteile zerlegt, untersucht und ein genetisches Profil erstellt. Es dauert ungefähr vier bis sechs Wochen, bis das Ergebnis des Gentests feststeht. Man bekommt dann eine Benachrichtigung, wie das genetische Profil aussieht. Um die Testergebnisse lesen zu können, muss man sich auf der Webseite von 23andMe einloggen. Der Gentest kostet  999,- amerikanische Dollar zuzüglich Versandkosten in Höhe von 45,- Dollar. 23andMe garantiert, dass die Ergebnisse der einzelnen Gentests unter Verschluss bleiben und zu keiner Zeit an die Öffentlichkeit kommen.

Ob der Gentest von 23andMe sinnvoll ist, wird noch diskutiert. Tatsächlich ist es so, dass niemand etwas verbieten kann, wenn es um die Feststellung der eigenen DNA geht. Es ist allerdings die Frage, ob alle Menschen gut mit dem Ergebnis umgehen können, was sie aus dem Gentest erfahren.

Das Geheimnis des Alterns

Jeder will es werden und keiner will es sein – Alt. In diesem Spruch ist sehr viel Wahrheit, denn jeder Mensch möchte möglichst lange leben, aber ohne die Begleiterscheinungen, die das Alter mit sich bringt. Noch in einem hohen Alter gut aussehen, keine Falten haben, körperlich und geistig fit sein, das ist etwas, wovon die meisten Menschen träumen. Nie war Jugend so sehr gefragt, wie in der heutigen Zeit und sowohl die Industrie als auch die Forschung sind auf dem Weg alles zu versuchen, um das natürliche Altern hinauszuzögern und vielleicht eines Tages ganz zu stoppen. Gene und Gentests spielen in diesem Zusammenhang eine immer größer werdende Rolle.

Das Geheminins des Alters liegt anscheinend auf dem Chromosom 3

Wenn man Forschungen glauben darf, dann ist ein ganz bestimmter Abschnitt auf dem Chromosom 3 dafür verantwortlich, wie schnell die menschlichen Körperzellen und damit auch der komplette Organismus altern. Wenn man also vom Vater oder auch von der Mutter eine bestimmte genetische Variante geerbt hat, kann man wahrscheinlich von einer um über drei Jahre verkürzten Lebenserwartung ausgehen. Forscher aus England und den Niederlanden kamen nach jahrelangen Studien und Untersuchungen zu diesem Ergebnis, dass sie jetzt im “Nature Genetics” Magazin veröffentlicht haben. Nach Meinung von Tim Spector, Genetiker am King’s College in London, gibt es Menschen, die schon bei ihrer Geburt genetisch darauf programmiert sind, schneller als andere Menschen zu altern.

Menschen, die mit dieser Genvariante geboren werden, haben Chromosomen mit einem sehr kurzen Ende, die Telomere genannt werden. Die Erforschung dieser Telomere hat den Biologen Elisabeth Blackburn, Jack Szostak und Carol Greider übrigens im Jahre 2009 den Nobelpreis für Medizin beschert. Telomere muss man sich wie Bausteine vorstellen, die aus einer Reihe von Wiederholungen bestehen. Teilt sich eine Zelle, dann verschwindet automatisch immer wieder ein Stück dieser Wiederholungen, weil die beiden Stränge der menschlichen DNA nie komplett kopiert werden können. Das ist aber nur solange nicht weiter schlimm, bis die Telomere eine bestimmte Länge erreicht haben, denn irgendwann kommt es zu einem kritischen Punkt. Wird dieser Punkt überschritten, dann ist es nach Meinung der Forscher sehr wahrscheinlich, dass bei einer kommenden Teilung der Zellen, sehr wichtige genetische Informationen für immer verloren gehen. In der Folge altern die Zellen und sterben schließlich ganz ab.

Die Neandertaler sind die Ahnen

Als Professor Johann Carl Fuhlrott 1856 im Neandertal bei Düsseldorf menschliche Knochen entdeckte und diese einem Urzeitmenschen zuordnen konnte, war das eine weltweite Sensation. Trotzdem wurde sehr lange daran gezweifelt, ob der Neandertaler der direkte Vorfahre des heutigen Menschen ist. Erst in der heutigen Zeit war es mit Hilfe eines Gentests möglich, den Urmenschen richtig einzuordnen.

Viele anerkannte Wissenschaftler haben sehr lange eine enge Verwandtschaft des modernen Menschen, mit dem bekanntesten Urzeitmenschen aus dem Neandertal geleugnet. Diese umstrittene These haben Forscher des Max-Planck-Instituts anhand von ausführlichen Gentests jetzt widerlegt. Die Gene des Urzeitmenschen sollen außerdem viel weiter verbreitet sein, als man bisher angenommen hat. Die Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Neandertaler doch ein direkter Vorfahre des heutigen Menschen ist. Untersucht wurde die so genannte Zellkern-DNA aus den Knochen von insgesamt sechs urzeitlichen Menschen, die im Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig lagern. Um einen Vergleich machen zu können, wurde außerdem die DNA von Menschen der heutigen Zeit aus den fünf Kontinenten untersucht. Die Ergebnisse des Gentests beweisen nach Aussagen der Genetiker, dass der bis heute sehr ausführlich und gründlich erforschte Urmensch aus dem Tal bei Düsseldorf, ein bis vier Prozent der Gene hatte, die man auch bei der heutigen Bevölkerung in Europa und Asien finden kann. Analysen aus früheren Untersuchungen des Neandertalers hatten allerdings ergeben, dass es keine enge Verwandtschaft zwischen dem modernen Menschen und dem vor knapp 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertalern geben kann. Bei diesen Untersuchungen war aber lediglich die DNA der so genannten Zellkraftwerke oder Mitochondrien untersucht und erforscht worden. Da aber die Mengen an Informationen in der Kern-DNA mit insgesamt vier Milliarden Basenpaaren sehr groß sind, konnte mit dieser neuen Methode nachgewiesen werden, dass die Neandertaler in enger Verwandtschaft zum heutigen modernen Menschen stehen.

Die These, die bisher die meisten Wissenschaftler vertreten haben, dass sich die Wege der Evolution der Menschen der heutigen Zeit und die Wege des Neandertalers vor über einer halben Million Jahre getrennt haben, stimmt nicht mehr. Vielmehr sind die Menschen heute und die Urzeitmenschen aus dem Neandertal so etwas wie Vetter, wenn auch aus einer weit entfernten Verwandtschaft.

Gentests zur Früherkennung

Wenn es darum geht, Verbrechen aufzuklären, oder um eine Vaterschaft nachzuweisen, sind Gentests nicht nur ein effektives Mittel, auch wenn es um Erforschung und Bekämpfung von Krankheiten geht, können Gene eine entscheidende Rolle spielen.

Gentests zur Erkennung von Krankheiten

Für die Wissenschaft sind Gentests das perfekte Mittel, um einige Krankheiten genauer zu erforschen und um wirksame Mittel gegen diese Krankheiten zu entwickeln. Für die Kirchen ist die Art der Genforschung ein Eingriff in die Evolution und dabei äußerst umstritten. Für Menschen, die allerdings an Rheuma, Parkinson oder Multipler Sklerose erkrankt sind, stellen Gentests und die Erforschung der Gene eine große Hoffnung dar. Bei der Gentechnik die sich mit Krankheiten wie Alzheimer, Demenz oder Osteoporose befasst, handelt es sich in den meisten Fällen um Krankheiten, die erblich bedingt sind. Inwiefern spielen die Gene bei Diabetes oder Brustkrebs eine Rolle und ist es möglich, Gene komplett auszuschalten und so Krankheiten bei den kommenden Generationen zu verhindern? Das sind die Fragen, die sich Genforscher stellen. Gibt es ein Gen, was für einen frühzeitigen Haarausfall verantwortlich ist oder kann man Paaren, die ungewollt kinderlos sind, mit Hilfe der Gene dabei helfen, doch noch ein Kind zu bekommen? Auch das gehört zur Forschung, wenn es um die menschlichen Gene geht. Können mit Hilfe der Gentechnik Krankheiten geheilt werden, die heute noch als unheilbar gelten? Noch sind sehr viele Fragen offen, aber auch was die Möglichkeiten der Genforschung betrifft, gibt es ein sehr weites Feld.

Gentests und Ethik

Ethik und auch Moral spielen in diesem Zusammenhang immer wieder eine sehr große Rolle und viele haben Angst davor, dass Forscher mit Hilfe von Gentechnik und auch vermehrten Gentests, in einer nicht mehr allzu fernen Zukunft in der Lage sein werden, einen Menschen aus der Retorte zu erschaffen, der frei ist von allen möglichen, genetischen Defekten. Sicher ist die Vorstellung ein wenig unheimlich, erinnert sie doch an die Geschichte von Dr. Frankenstein und seinem Geschöpf. Aber wenn man daran denkt, dass Gentechnik dabei helfen könnte, schwere Krankheiten zu besiegen, dann steht die Genforschung wieder in einem ganz anderen Licht.

Gentests und Vaterschaften

Viele Männer schlagen sich oftmals über Jahre mit der Frage herum, ob sie tatsächlich die Väter ihrer Kinder sind. Manchmal ist die Angst berechtigt, denn es gibt immer wieder so genannte „Kuckuckskinder“, also Kinder, die einen anderen biologischen Vater haben. Es geht aber bei Klagen um eine Vaterschaft nicht nur um Unterhaltszahlungen, sondern auch um Betrug, gekränkte Eitelkeit und im Falle von Erbschaftsangelegenheiten unter Umständen auch um sehr viel Geld.

Vaterschaft ohne Zweifel nachweisen

Noch vor 20 Jahren hatten Männer bei einem Verdacht, dass ein Kind gar nicht ihr Kind ist, keine Handhabe und keine Möglichkeit, das Gegenteil zu beweisen. Es reichte nicht zu sagen: Das Kind sieht mir nicht ähnlich oder hat keine charakteristischen Merkmale, wie es sie in der Familie schon seit vielen Generationen gibt – es blieb ein Verdacht und eine Spekulation, mehr nicht. Inzwischen gibt es mit dem Gentest oder der DNA-Analyse die Möglichkeit, eine Vaterschaft einwandfrei und ohne jeden Zweifel nachzuweisen.

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Kosten eines Gentests

Waren Gentests noch vor fünf Jahren so teuer, dass kaum einer auf den Gedanken kam, einen solchen Test machen so lassen, so hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Immer mehr private Labore bieten zu günstigen Preisen einen Gentest zur Aufklärung der Vaterschaft an und immer mehr Männer nutzen die Gelegenheit, um einen solchen Test machen zu lassen. Die Unterlagen für einen Gentest kann man mittlerweile sogar im Internet bekommen. Umstritten ist der Gentest zur Feststellung einer Vaterschaft, wenn er heimlich, also ohne das Wissen und auch ohne das Einverständnis der Mutter gemacht wird. Noch vor ein paar Jahren mussten zertifizierte Laborbetriebe einen Gentest machen, wenn es zum Beispiel im Rahmen einer Ehescheidung zu einem Vaterschaftstest kam, um den Unterhalt für die Kinder zu bestimmen. Heute kann jeder Vater der Zweifel hat, bei seinem Kind einen Abstrich in der Mundhöhle machen, einen Schnuller oder eine Haarbürste in ein Labor schicken und bekommt dann nach wenigen Wochen das Ergebnis, ob er nun der biologische Vater des Kindes ist oder nicht.

Der genetische Fingerabdruck

Jeder Mensch ist, was seine DNA angeht, einzigartig, und wenn ein Mensch ein Verbrechen begeht, dann kann er in der heutigen Zeit mit Hilfe eines Gentests auch überführt und verurteilt werden.

Früher hatte die Polizei nur eingeschränkte Möglichkeiten, wenn es um die Überführung eines Tatverdächtigen ging. Sicher, es gab den Fingerabdruck, der zur Aufklärung eines Verbrechens führen konnte, aber das wurde immer dann zu einem Problem, wenn der Täter zum Beispiel Handschuhe getragen hat. Oder wenn er den Schauplatz des Verbrechens nachher gründlich gereinigt und damit alle Fingerabdrücke beseitigt hat. Heute sind die Ermittlungsbehörden nicht mehr allein auf die Fingerabdrücke angewiesen, denn sie haben Gentests und DNA-Analysen.

Um einen genetischen Fingerabdruck zu bekommen, braucht die Polizei nur ein einziges Haar, ein wenig Speichel, oder auch nur einen Tropfen Schweiß und kann auf Grund dessen eine DNA-Analyse vornehmen oder einen Gentest machen. Ist der Verdächtige in der Datenbank gespeichert und die genommenen Proben sind mit denen in der Datenbank identisch, dann hat derjenige mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch etwas mit dem Verbrechen zu tun. Auf der anderen Seite können aber auch Verdächtige ausgeschlossen werden, wenn der genetische Fingerabdruck nicht übereinstimmt.

Immer wieder lässt die Polizei bei bestimmten Verbrechen so genannte Massengentests machen. Wenn feststeht, dass ein Verbrechen nur in einem bestimmten Umkreis stattgefunden haben kann, dann werden alle Männer die in Frage kommen, zu einem Gentest gebeten. Natürlich kann keiner gezwungen werden, diesen Test zu machen, aber wer sich weigert, der macht sich auch verdächtig. Auf diese Weise konnten schon eine große Zahl von Verbrechen aufgeklärt werden. Besonders bei Sexualverbrechen ist der Massengentest keine Seltenheit mehr.

Der Gentest oder genetische Fingerabdruck spielt mittlerweile eine so große Rolle, dass die Arbeit der Polizei immer mehr von der Arbeit der Kriminallabore unterstützt wird und promovierte Wissenschaftler die Ermittlungsarbeit übernehmen. Sie sind in der Lage, auch aus einem noch so winzigen Teil wie einer Haarschuppe, ein DNA Profil zu erstellen und so dem Täter die Tat einwandfrei und ohne einen Zweifel nachweisen zu können.

Was ist ein Gentest?

Kein Mensch ist wie der andere. Jeder Mensch hat andere persönliche Merkmale, aber nicht nur das Äußere ist bei jedem Menschen anders, auch die Fingerabdrücke und vor allem die DNA sind immer individuell. Eineiige Zwillinge sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich und man hat Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten. Nur anhand ihrer DNA könnte man Zwillinge unterscheiden. In der heutigen Zeit spielt die menschliche DNA eine immer größere Rolle und das auf den unterschiedlichsten Gebieten.
Alle die gerne Krimis im Fernsehen ansehen, wird der Begriff DNA oder auch das Wort Gentest ein Begriff sein, denn in Serien wie zum Beispiel „CSI – den Tätern auf der Spur“, ist der Gentest oft das einzige Mittel, den Verbrecher zur Strecke zu bringen. Aber nicht nur wenn es um die Aufklärung von Verbrechen geht, spielt der Gentest eine große Rolle, auch in anderen Bereichen ist er wichtig.

Männer, die nicht wissen, ob sie auch tatsächlich der biologische Vater ihrer Kinder sind, können einen Gentest oder eine DNA-Analyse machen lassen. Das ist nicht nur für eventuelle Unterhaltszahlungen von Bedeutung, sondern spielt auch bei späteren Erbschaften eine große Rolle. Gentests bekommen aber auch immer mehr Gewicht, wenn es um erblich bedingte Krankheiten geht. Dieses Thema aus der Humangenetik ist immer wieder in der Diskussion, wobei besonders die Kirchen immer wieder gegen diese neuen Methoden protestieren. Ebenso umstritten ist die Gentechnologie, wenn es um Pflanzen geht, denn noch immer dürfen genmanipulierte Pflanzen nicht so einfach angebaut werden.

Die Genforschung ist ein sehr weites Feld und nicht alles, was damit zusammenhängt, ist auch für den Menschen von Vorteil. In vielen Bereichen des Lebens sind Gentests aber durchaus sinnvoll und hilfreich. In der heutigen Zeit beschäftigen sich aber nicht nur Forscher und Wissenschaftler mit dem Thema DNA und Gentests, auch immer mehr Privatpersonen lassen aus den unterschiedlichsten Gründen einen Gentest machen. Da die Justiz Gentests als Beweismittel zulässt, können heute mit Hilfe eines Gentests nicht nur Verbrechen aufgedeckt und Täter zweifelsfrei ermittelt werden.