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Gentest – ein Weg in die Diskriminierung?

Wer eine Versicherung abschließen will, der muss zum Beispiel bei einer Lebensversicherung nachweisen, dass er gesund ist. Menschen, die rauchen oder eine gefährliche Sportart betreiben, werden von den Versicherungen nicht allzu gerne genommen. Wie würde das aber aussehen, wenn vor jedem Versicherungsabschluss ein Gentest verlangt wird? Und wenn ein bestimmtes Gen gefunden wird, das eventuell eine Krankheit bedeutet, wie würde dann die Versicherungsgesellschaft reagieren? Was wie Zukunftsmusik klingt, ist heute in einigen Ländern der Welt schon längst Realität.

In den USA werden Gentests heute viel häufiger gemacht als in Deutschland. Viele große Versicherungsgesellschaften in den Vereinigten Staaten verlangen Gentests von den Menschen, die bei ihnen eine Lebensversicherung abschließen wollen, um auszuschließen, dass eine genetisch bedingte Krankheit vorliegt. So weit ist es in Deutschland zwar noch nicht, aber die Versicherungen drängen die Politik in diese Richtung. Noch lehnen die Datenschutzbeauftragten der Regierung dieses Ansinnen der Versicherungen ab, aber die Bundesregierung kann sich zu keinem klaren ja oder nein durchringen. Wohin führt es, wenn es zum Beispiel Versicherungen erlaubt wird, Gentests zu verlangen? In den USA hat es zur Diskriminierung geführt.

Entlassungen waren die Folge, als bei einigen amerikanischen Unternehmen bekannt wurde, dass es Mitarbeiter gibt, die „genetisch“ krank sind. Private Versicherungen haben sich geweigert Menschen zu versichern, deren Gentest nicht ganz so ausgefallen ist, wie es die Versicherungsgesellschaften gerne gesehen hätten. Auch die Prämien wurden bei den „genetisch“ Kranken so sehr erhöht, dass diese sie nicht mehr bezahlen konnten. Einfacher ausgedrückt, Versicherungen und Arbeitgeber unterscheiden zwischen genetisch kranken und gesunden Menschen, es findet eine genetische Diskriminierung statt. Aus moralischer Sicht ist dieses Verhalten mit Sicherheit nicht vertretbar, aus kommerzieller und wirtschaftlicher Sicht gesehen schon. Wenn die Versicherungen mit diesem Verhalten konfrontiert werden, dann argumentieren sie stets mit dem Wohl für die Allgemeinheit. Würde man alle Menschen mit dem Risiko einer genetisch bedingten Krankheit ohne Wenn und Aber versichern, dann müssten man im Ernstfall alle diejenigen, die gesund sind, die vielleicht horrenden Kosten mittragen, die bei einer möglichen Erkrankung und Behandlung anfallen würden. Das würde nach Ansicht der Versicherungsgesellschaften in absehbarer Zeit jeden Rahmen sprengen und ein vernünftiges Versicherungssystem unmöglich machen.

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