Home » Allgemeines » Gentests und die Haltung der Kirchen

Gentests und die Haltung der Kirchen

Immer wenn die Diskussion um Gentests mal wieder aufflammt, dann sind die Kirchen die Ersten, die sich in diese Diskussion einbringen. Vor allem die katholische Kirche hat schwere Bedenken, besonders in Hinsicht auf die sogenannte Präimplantationsdiagnostik, eine Form des Gentests, bei dem künstlich gezeugte Embryonen auf mögliche genetische Krankheiten und Schäden hin untersucht werden. Hat eines dieser Embryonen einen genetisch bedingten Defekt, dann kann er auf Wunsch „aussortiert“ werden. Diese Möglichkeit ist für katholische Kirche nicht akzeptabel. Die Kirche entscheidet immer zum Wohl des ungeborenen Kindes, aber ist sie sich auch der Tragweite bewusst, die ein Leben mit einem vielleicht schwerstbehinderten Kind mit sich bringt?

Es gibt aktuell zwei Gesetzesentwürfe mit zwei verschiedenen Möglichkeiten, die es den Paaren, die erblich belastet sind, erlauben, die Methode der Präimplantationsdiagnostik zu nutzen. Beide Entwürfe lehnen sowohl die Caritas als auch die deutschen Bischöfe ab. Ihre Argumente sind nachvollziehbar, wenn sie sagen, diese künstlich erzeugten Kinder werden nicht um ihrer selbst willen gezeugt. Ihre Existenz wird vielmehr davon abhängig gemacht, ob sie gesund sind oder nicht. Die katholische Kirche geht noch weiter und spricht von einer so wörtlichen „Instrumentalisierung des menschlichen Lebens“ und im Fall einer PID würde über wertvolles oder eben weniger wertvolles Leben entschieden. Menschen spielen also nach dem Verständnis der Kirche Gott.

Die katholische Kirche hat das Gesetz auf ihrer Seite, vor allem wenn es um die PID im Zusammenhang mit einer Abtreibung geht. Im Gesetz ist verankert, dass eine Abtreibung nur dann durchgeführt werden darf, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist, das Leben des Kindes spielt in diesem Fall keine Rolle. Würde man die PID zulassen, dann würde nach Auffassung der Kirchen gegen geltendes Recht verstoßen.

Die Überlegungen und auch die Ängste der Eltern sind, so scheint es, in diesem Streit zwischen Kirche und Staat zweitrangig. Viele Paare, die sich ein Kind wünschen, haben oftmals große Angst ein Kind zu bekommen, das dann ebenfalls behindert oder chronisch krank sein könnte, weil vielleicht in ihren Familien schwere, erblich bedingte Krankheiten vorgekommen sind. Für diese Paare ist die Präimplantationsdiagnostik ein Weg, sich die Entscheidung für oder gegen ein Kind eventuell ein wenig leichter zu machen. Die Entscheidung des Gewissens kann ihnen allerdings keiner abnehmen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>